Eine detaillierte Wegbeschreibung • Autoren: Peter Lubb und Bernhard Weber • Mai 2026 • weitere umfangreiche Informationen zur Via Baltica findest du hier →
Jakobsweg – Via Baltica
Von Reinfeld über Bad Oldesloe
zum Koster Nütschau
Reinfeld – Trave (vb02)
Von der Kirche in Reinfeld geht man die Paul-von-Schoenaich-Straße nordwestlich hinab zum Herrenteich. An der Reinfelder Promenade (Matthias-Claudius-Straße) biegt man links ab in die Klosterstraße und kommt an deren Ende an eine große Kreuzung. Hier ist etwas Obacht geboten, denn man muss sich entscheiden: Entweder der klassischen Wegführung folgen und einem teils schwierig zu gehenden Weg -oder- auf Straße und Waldweg bequem weiter.
A | Die klassiche Wegführung
Der Weg führt links haltend in den schmalen Döhnhorster Weg. Diesem folgt man zirka 500m und geht rechts an einem Bauernhof vorbei (weiter rechts liegt ein See). Nun folgt ein langer naturnaher Abschnitt. 1km geht es an einem Feld entlang. Je nach dem, wie der Bauer am Feldrand gepflügt hat, und die Dornen-Ranken sich ausbreiten, ist es mehr oder weniger gemütlich zu Gehen. Am Ende des Feldes betritt man den Reinfelder Forst – genauer den Steinkampsholz. Jetzt wird es schwieriger, denn dieses Waldstück ist zu einem Naturwald bestimmt worden. Man darf hier hindurchwandern, aber es bleibt alles so, wie die Natur es erschafft. Auch quer liegende Bäume werden nicht entfernt. Für uns Pilger besonders kritisch: Es wurden zwei Brücken über Bäche entfernt. Die erste tiefere Stelle gleich nach dem Waldrand sollte sich mit Achtsamkeit bewältigen lassen, da rechts im Bachbett ein paar Äste als Tritthilfe liegen. Der zweite Bach ist tieferliegend; man kann ihn jedoch einige Meter rechtsseitig vom Weg queren. Aktuell ist dort eine Tritthilfe im Bachbett und Stufen in der Wand. Wie lange das hält, ist unklar.
Ist dieses Hindernis überwunden, führt der Weg schmal aber sichtbar durch den Wald und trifft nach rund 200m auf einen Fahrweg, den man nach rechts geht. Diesem folgt man 600m bis zu einem kleinen Rastplatz mit Bank und Mülleimer.
B | Die bequeme Alternative
An der vorgenannten Kreuzung in Reinfeld geht man nicht in den schmalen Weg, sondern folgt der Hauptstraße (Segeberger Straße, danach Bolande) für 1 km. (Muschel-Wegweiser zeigt hier hin als Fahrrad-Variante). Man kommt vorbei am „Gästehaus Freyer“, wo auch für eine Nacht Unterkunft geboten wird (jedoch leider nicht zu pilger-gerechten Preisen). Kurz vor dem Ortsausgangsschild von „Bad Oldesloe“ geht links ein Fahrweg rein zu einem Waldparkplatz. Diesem folgt man und hinter dem Parkplatz weitere 600 m. Dann kommt man an den oben genannten Rastplatz.
Und so geht es weiter …
Am Rastplatz geht es links (bei Alternative natürlich rechts) in einen schmalen Waldweg. Mehrere Markierungen (u.a. auf dem Papierkorb) zeigen die Wegführung an. Dieser folgt man 400m, bis der Weg rechts abbiegend den Wald verlässt. Weiter nun 400m am Feldrand entlang, bis zu einem festen Fahrweg (Steenfelder Wanderweg). Hier links herum und 500m bis vor die ersten Häuser von „Hohenkamp“. Hier zweigt die gleichnamige Straße rechts ab, der man 1km bis zu einer Hauptstraße (Bushaltestelle) folgt. Die Straße Steinfeld quert man nach rechts und biegt nach wenigen Metern wieder links ab in einen schmalen Fußweg.
Zum Kneeden: Bald geht es steil abwärts und man kommt an einen Bach, an dem man sich rechts hält bis zu einer Brücke. Nun folgt das zweite Waldstück namens Kneeden. Hinter der Brücke links haltend folgt man dem Waldweg aufwärts und einem Fahrweg weiter in Gehrichtung. Ein kurzes Stück weiter kommt eine T-Kreuzung. Hier biegt man rechts ab und folgt dem breiten Fahrweg 600 m in südwestlicher Richtung bis kurz vor einem Bach. Hier zweigt der Jakobsweg links ab in einen kleinen Pfad (auf Muscheln bzw. gelbe Pfeile achten!). Diesem folgt man durch den Wald bis zu einer Brücke über die Bahnstrecke „Hamburg-Lübeck“. Diese ist leider für den Fußgängerverkehr gesperrt(ICE- und Güterzug-Durchfahrten hält sie offenbar noch aus.??).
Der neue offizielle Weg führt rechts an der Bahnlinie entlang und nach kurzer Zeit unter einer Unterführung hindurch. Danach rund 100m links die Bundesstraße entlang und an einer Überwegung den Graben und die Straße queren (Achtung, schneller Autoverkehr!). Auf der anderen Seite einer Einfahrt zu einem Parkplatz folgen und diesen geradeaus queren. Ein kleines Stückchen Weg noch und man ist an der Trave, am Trave-Wanderweg, dem man rechts folgt und der bis „Bad Oldesloe“ führt. (An dieser Stelle kommt über die Brücke auch der früher bei Klein Wesenberg erwähnte Hanseatenpfad heraus.)
Trave – Bad Oldesloe – Brenner Moor (vb02)
Man geht nun flussaufwärts mehrere Kilometer an der Trave entlang. Der Trave-Wanderweg führt an einer Fußgängerbrücke vorbei. Ein Stück weiter, unter einer Eisenbahnbrücke hindurch, gelangt man langsam in das Stadtgebiet von Bad Oldesloe, unterquert zwei Autobrücken, bis der Jakobsweg schließlich (an einem rechts gelegenen Großparkplatz) links über eine Holzbrücke die Trave überquert. Man geht geradeaus in eine Gasse und biegt nach etwa 50m links ab auf einen Privatweg. Dort kommt man über eine gewölbte Brücke, von der man den Zusammenfluss von Trave und Beste sehen kann (Hinweis: Hinter der Brücke sieht man einen Pegel. Wenn die Wasserhöhe über acht Meter beträgt, ist das nach der Stadt folgende Stück durch das Brenner Moor vermutlich überspült. Dann Variante über „Wolkenwehe“, siehe später).
Über den Platz Hude kommt man zur Straße Kirchberg, die hoch zur Peter-Paul-Kirche führt. Von Reinfeld bis hier ist es nur eine kurze Etappe und die meisten Pilger gehen weiter zum etwa sechs Kilometer entfernten Benediktiner-Kloster in Nütschau, ein lohnendes Etappenziel mit Übernachtungsmöglichkeit. Wer eine private Unterkunft in Bad Oldesloe sucht, kann sich bei Barbara (unter der Rufnummer Tel. 0171-8502139) danach erkundigen.
Der Weg setzt sich von der Peter-Paul-Kirche aus etwa in der Mitte des Kirchbergs fort, indem man die Treppen hinabsteigt. Eine Brücke führt am Mühlrad vorbei über den südlichen Arm der Trave auf die Hindenburgstraße (Fußgängerzone). Links kommt man nach 100m zum Marktplatz, der diagonal überquert wird. Es geht nun auf dem Beer-Jaacov-Weg weiter zwischen altem Rathaus und Sparkasse am KUB vorbei. Man kommt wieder über eine Holz-Brücke und hält sich halblinks. Der Weg führt nun zwischen Parkplatz (Exer) und Sportplatz hindurch und unterquert die B75. Danach geht es links, um nach 30m gleich wieder rechts abzubiegen, zwischen zwei Häusern der ehemaligen Jugendherberge (inzwischen dauerhaft geschlossen) hindurch. Der Weg führt nun wieder an der Trave entlang, die man nicht überquert. Zur Orientierung stehen an etlichen Stellen Tafeln, auf denen alle Wege und auch das Kloster Nütschau eingezeichnet sind.
Eine Brücke über die Trave lässt man rechts liegen und folgt dem Weg weiter parallel zum Fluss. Nach ein paar 100m zweigt rechts ein Weg mit einer Treppe und folgend Stufen ab. Diesen Weg nimmt man und geht immer am Zaun der Schrebergärten entlang (Ältere Pilgerführer führen durch das anliegende Wohngebiet. Der hier genannte Weg ist kürzer und schöner). Schließlich erreicht man einen Parkplatz, der halb umrundet wird. 200m weiter auf dem Fahrweg geht es nun endlich ins Moor. Die Wegweiser hierhin lauten auf „Grüne Brücke“. Bei Hochwasser (siehe unten *) kann der Weg durch das Moor nicht begangen werden, dann ist die Variante über Wolkenwehe leider unvermeidlich.
Brenner Moor – Kloster Nütschau (vb02)
Das Brenner Moor ist ein Naturschutzgebiet und wird anfangs auf einem langen Bohlensteig durchquert. Für Naturfreunde ein besonderer Ort, für den man ein wenig Aufenthaltszeit einplanen sollte. An der Grünen Brücke bzw. einer Pumpstation zweigt der Jakobsweg links ab auf einen Sandweg. Der folgende Weg liegt tiefer als die Brücke. Er geht an den Wegkanten teils direkt steil abwärts ins Moor. Wenn der Wegverlauf überflutet und nicht eindeutig sichtbar ist, besteht die Alternative, die Grüne Brücke zu überqueren und über „Alt Fresenburg“, Segeberger Straße, Nütschauer Weg zu gehen. Der Weg verlängert sich um 2km, von zwei auf vier Kilometer.
Einen Parkplatz quert man geradeaus und geht weiter durch Wiesen und Auen. Bei Regen kann es hier recht matschig sein. **) Ein Stück weiter, nachdem man in einem Wäldchen links abgebogen ist, zweigt der Weg an einem Bildstock rechts ab, einen Hang (alte Apfelbäume) hinauf, und führt in Sichtweite halb um das Kloster Nütschau herum. Wer nicht zum Kloster will, biegt kurz vor dem Eingang/ Parkplatz rechts ab in den Wiesenweg und geht weiter in Richtung Tralau. Eine Variante (kürzer, aber an der Straße entlang) vermeidet Tralau und führt hier geradeaus am Kloster vorbei, unter der Autobahn hindurch und an der Hauptstraße (Lindenstraße) nach links. Nach ca. 500m geht es rechts in die Vinzierer Straße. Am Ortsende von Vinzier trifft man wieder den Hauptweg (das spart 2,5km ein).
Hinweis: Das Kloster bietet Pilgern neben einfachen Unterkünften (die auch durch Jugendgruppen belegt sein können) auch hotelähnliche Zimmer mit WC/ Bad an, die Preise sind entsprechend höher. Hierauf sollte man bei Anfragen oder Reservierungen achten. Im ersten Gebäude (Speisesaal) befindet sich eine (öffentliche) Toilette.
*) Bei Hochwasser ist der Weg durchs Moor manchmal überflutet (siehe vorn, Pegelstand beim Eingang nach Bad Oldesloe). Wenn das Wasser auf oder knapp unter den Bohlen steht, nicht weiter gehen! Der nach dem Bohlenweg folgende Sandweg liegt tiefer und ist dann überflutet. In diesem Fall geht man bei dem vorgenannten Abzweig ins Moor (Hinweis-Pfeil: Bei Hochwasser) schräg links ca. 300m bis zur Heimstraße. Dort rechts, nach weiteren 200m gelangt man zur Hauptstraße (Wolkenweher Weg). Diesem folgt man nach rechts auf dem Fuß-/Radweg 1,2km bis zur Ortsmitte von OD-Wolkenwehe. Dort rechts ab (Schild auch hier: Grüne Brücke) und nach ein paar hundert Metern trifft man an einem Parkplatz wieder den Hauptweg, dem man nach links folgt.
*) Bei Hochwasser ist der Weg durchs Moor manchmal überflutet (siehe vorn, Pegelstand 8m beim Eingang nach Bad Oldesloe). Wenn das Wasser auf den Bohlen steht, ist der Umweg über die Straße über „Wolkenwehe“ unvermeidlich. In diesem Fall geht man bei dem vorgenannten Abzweig ins Moor (Jakobsweg-Markierung mit Hinweis: Bei Hochwasser) schräg links 300m bis zur Heimstraße. Dort rechts, nach weiteren 200m gelangt man zur Hauptstraße (Wolkenweher Weg). Dieser folgt man nach rechts auf dem Fuß- und Radweg 1,2km bis nach „Wolkenwehe“ und der Straße folgend weiter zur Autobahn-Überführung. Weiter die Lindenstraße entlang. Nach gut 1km ab Autobahn geht rechts die Schlossstraßse ab, die zum Kloster führt. Insgesamt entspricht das einer Wegstrecke von zirka 5km).
Wer nicht unbedingt zum Kloster Nütschau will, kann 600m nach der Autobahn links abbiegen in den Vinzierer Weg. Man durchquert den Ort „Vinzier“ und nach dem Ortsende trifft man wieder auf den rechts von „Tralau“ kommenden Jakobsweg. Hier biegt man links ab in Richtung „Grabau“.
**) Bei starkem oder längerem Regen kann auch der weitere, oft matschige Weg unter Wasser stehen (Grund: Moorvernässung). Hier liegen hoffentlich noch ein paar Hilfs-Bretter. Wer hier nicht (am Zaun entlang) hindurch waten möchte, muss von dem kürzlich passierten Parkplatz dem Hinweisschild „Bei Regen“ folgen und zur Ortsmitte von „Wolkenwehe“ gehen. Dort nach rechts weiter der Gemeindestraße folgen, dann nach 1km rechts die Autobahn überqueren (Brücke) und nach weiteren 1,3km in die Schlossstraße einbiegen. Das Kloster ist ausgeschildert (siehe auch vorausgehenden Hinweis).
Hinweis für Fahrradfahrer: Die vorgenannten Wege sind oft schmal und unwegsam. Von Reinfeld nach Bad Oldesloe geht es meist über Feld- und Waldwege, die nur bedingt für Radfahrer geeignet sind. Eine Empfehlung wäre, von Reinfeld aus den Radweg entlang der B75 zu nutzen, bis zu der im Text genannten Fischzucht Kneeden. Hier kann man links in den „Trave-Wanderweg“ einbiegen.
Hinter „Bad Oldesloe“ ist im Brenner Moor auf dem Bohlenweg Radfahren untersagt, im Weiteren ist der Weg oft matschig. Ein bequemer Weg wäre: Nach dem Verlassen der Innenstadt von Bad Oldesloe hinter der Unterführung unter der B75 hindurch nicht rechts abbiegen, sondern geradeaus 300m weiter an der B75. Dann rechts ab in die Schützenstraße/ Wolkenweher Weg. Nach 3km wird die Autobahn überquert und nach weiteren 2km rechts über die Schlossstraße ist Kloster Nütschau erreicht. Wer nicht nach Nütschau und Tralau möchte, kann kurz hinter der Autobahn links abbiegen Richtung Vinzier und spart etliche Kilometer.
(20230402PL, 20260502PL)
Bitte lesen:
Dieser Text soll und kann kein Ersatz für die gängigen Pilgerführer sein. Diese enthalten viele weitere nützliche Informationen. Deren Verwendung wird ausdrücklich empfohlen. Aktuelle Informationen (auch aus den Rückmeldungen der Pilgernden unterwegs) tragen die Aktiven, und die Koordinatorinnen und Koordinatoren der Deutschen St. Jakobus-Gesellschaft e.V. auf der Website www.jakobswegfreun.de zusammen. Wie ist es dir auf deinem Weg ergangen? War er ausreichend markiert oder fehlten Wegzeichen? Gab es Hindernisse oder Baustellen? Was hat dir besonders gefallen? Wir freuen uns über deine Rückmeldung, an: baltica@jakobswegfreun.de
Die Veröffentlichung des Textes (auch in Auszügen) bedarf grundsätzlich immer der schriftlichen Zustimmung durch einen der beiden Autoren oder des Admin.
Eine Haftung jeglicher Art – insbesondere in Bezug auf die Wegbeschreibung, den Wegverlauf und Wegzustand – ist ausdrücklich ausgeschlossen. Der Wegverlauf und die beschriebenen Zustände können sich ändern. Die Nutzung der beschriebenen und markierten Wege erfolgt immer auf eigene Gefahr!
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Wir wünschen dir und euch jederzeit einen guten Weg.
baltica@jakobswegfreun.de
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